Man kann die tatsächlich relevanten Aufstellungen auch auf 480 reduzieren, da es für jede Aufstellung ein Spiegelbild gibt. Ebenso hat man im Go ja nicht 361 verschiedene erste “Züge”, sondern “nur” 55, weil die meisten ersten Positionen durch Spiegelung aus einer oder mehreren anderen hervorgehen. Im normalen Schach hat man dagegen 20 echte verschiedene erste Halbzüge und 400 echte erste Vollzüge, weil es keinerlei Symmetrien gibt. Im Fischer-Schach hat man (960 x 20 – 120) :2 = 9540 erste Halbzüge (ohne Symmetrie wären es 19.080). (Wenn ich mich da mal nicht verrechnet hab, so ganz ohne Taschenrechner). Falsch! Nach der Rochade steht der König immer entweder auf der C- oder der G-Linie. In der gespiegelten Version sind das die F- oder die B-Linie. Eben weil es gespiegelt ist. Ein Programm mit Eröffnungsbibliothek muss also nur 480 Ausgansstellungen berücksichtigen und erhält die übrigen durch Spiegelung der Felder: A -> H, B -> G usw. Die Aufstellung ist die Ausgangsbasis für das Spiel, ist also der Spielstand vor dem ersten Zug. Was hat das mit der Rochade zu tun? Das hat eigentlich schon etwas damit zu tun, auch wenn Du im Ergebnis recht hast (weil auch die Rochade mitgespiegelt wird). Weil eine Aufstellung, die gleich aussieht, nicht unbedingt im Sinne des Spiels gleich sein muss. Würde man zufällig keine Springerfirguren haben und sie durch Läufer ersetzen, mit der Bemerkung: “Merkt Euch, dass es Springer sind!” dann sähe es zwar so aus, als ob es weniger Ausgangsstellungen gäbe, die Anzahl wäre aber immer noch die Gleiche, da zwei Aufstellungen die gleich aussähen eben nicht gleich wären (Läufer die wie Springer ziehen sehen aus wie Läufer die wie Läufer ziehen, sind aber spieltechnisch etwas anderes). Ebenso ist das mit der Rochade, sie bewirkt, dass die Figuren anders spielen. Würde die Rochade im Chess960 _nicht_ mitgespiegelt werden sondern die gleichen Zielfelder beibehalten, dann wären es m.E. tatsächlich 960 unterschiedliche Stellungen. Was also in dem Fall wirklich wieder gleich macht ist, dass auch die Rochade mitgespieget wird – erst dadurch stimmt es, dass es nur 480 verschiedene Stellungen sind (C’ = F, G’ = B).
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